Der Kaffeeanbau in Thailand

Begonnen hat der Kaf­feean­bau in Thai­land Anfang der 70er auf eine Ini­tia­tive der Regierung, die damit den ein­sti­gen Opi­um­bauern eine neue Einkom­men­squelle erschließen wollte. Erst durch die Unter­stützung der UN und des thailändis­chen Königshaus­es, gelang es den Kaf­fee auch richtig als mark­t­fähiges Pro­dukt zu etablieren.

Die Gebirgsre­gio­nen im nördlichen Teil von Thai­land sind die ursprüngliche Heimat der Bergvölk­er, (Lisu, Hmong, Lahu, Karen, Akha). Für ihren Leben­sun­ter­halt kul­tivierten sie früher Opi­um, bis der König von Thai­land ein Forschungs- und Entwick­lung­spro­gramm für den Anbau von hochw­er­ti­gen Bio-Ara­bi­ca-Kaf­fee startete, um den ein­sti­gen Opi­um­bauern neue Einkom­men­squellen zu erschließen.

Auf den brandgerode­ten Opi­um­feldern wurde der Regen­wald neu aufge­forstet oder es wur­den Obst­gärten angelegt. Im Schat­ten dieser Bäume gedei­hen diese hochw­er­ti­gen Ara­bi­ca-Bohnen. Dieser Kaf­fee wird nach­haltig und ressourcenscho­nend in kleinen Parzellen ange­baut. Über lokale Koop­er­a­tiv­en ver­mark­ten die Bergvölk­er ihre Kaf­fee­bohnen selb­st. Somit bleiben die Ein­nah­men in ihrem lokalen Wirtschaft­skreis­lauf. Dadurch hat sich die Infra­struk­tur und Leben­squal­ität der Men­schen in den abgele­ge­nen Bergdör­fer erhe­blich verbessert.

Das ini­ti­ierende Entwick­lung­spro­jekt des Königshaus­es, namentlich des von 1946 bis 2016 regieren­den Monar­chen Bhu­mi­bol Adulyadej Rama IX, für den Anbau von hochw­er­ti­gen Bio-Kaf­fee, reduziert die ökol­o­gis­chen Prob­leme der tra­di­tionellen Felder­wirtschaft der Bergvölk­er und erset­zt ihre ökonomis­che Abhängigkeit vom Opi­u­man­bau. Zur Erhal­tung der natür­lichen Ressourcen gibt die nationale Forst­be­hörde nur bes­timmte Flächen für die lokale Land­wirtschaft frei. Eine exten­sive Land­wirtschaft und der Ein­satz von Chemikalien wird nicht gern gese­hen, woran sich auch gehal­ten wird.

In  Forstsys­te­men wach­sen die Kaf­feep­flanzen in kleinen Ein­heit­en unter Obst- und Wald­bäu­men. Diese Bäume schützen vor Boden­ero­sion, indem ihre Wurzeln zum ein­drin­gen von Wass­er in den Boden beitra­gen und dadurch den Ober­flächen­abfluss nach Regen­fällen min­imieren. Gle­ichzeit­ig befördern ihre tief ver­ankerten Wurzeln Wass­er und Nährstoffe aus den tief­er­en Schicht­en nach oben. Die Blät­ter der Bäume liefern Schat­ten, hal­ten den Boden kühl und ver­ringern die Ver­dun­stung. Der Laub­fall der Bäume ist ein natür­lich­er Dünger, er regt die Boden­fau­na an und verbessert die Boden­qual­ität.

In diesen Mis­chkul­turen ist der Schädlings­be­fall wesentlich geringer als in Monokul­turen und fördert die Arten­vielfalt. Der Verzicht auf chemis­che Zusätze schützt das Grund­wass­er und vor Boden­ver­schmutzung und damit auch die Gesund­heit der Men­schen.

Kli­ma­tisch herrschen in Nordthai­land per­fek­te und vor allem auch langfristig sta­bile Bedin­gun­gen. So gibt es drei Jahreszeit­en (heiß, reg­ner­isch und kühl). Über­durschnit­tlich heiß, mit Tem­per­a­turen von über 30°C herrschen von ca. Ende März bis Anf­nag Juni, daraufhin set­zt die Regen­zeit bis ca. Mitte Okto­ber ein, gefol­gt von der küh­leren Jahreszeit, bei der es in den Bergen jen­seits von 1.000 m empfind­lich kalt wer­den kann, bis es schließlich daraufhin langsam wieder heißer wird. Die je nach Zeit­punkt nur opti­mal rot gereiften Kaf­feekirschen wer­den von ca. Mitte Novem­ber bis ca. Mitte März geern­tet und auf­bere­it­et.