Matcha – magisches Pulver aus dem Land der aufgehenden Sonne

In leuch­t­en­dem Grün schim­mert das feine Pul­ver. Matcha, japanisch für „pul­verisiert­er Tee“ und zen­traler Bestandteil der japanis­chen Teez­er­e­monie, erfreut sich in Deutsch­land großer Beliebtheit. Viele ken­nen Matcha als „Green Chai“, „Matcha Lat­te“ oder sog­ar als alko­hol­freien Long­drink.

Dabei ist Matcha viel mehr als ein Trend-Getränk, son­dern find­et sich mit­tler­weile auch in hip­pen Eis­creme­sorten und Kek­sen oder wird unter das Joghurt-Müs­li gerührt. Das hell leuch­t­ende Pul­ver lässt sich auf vielfältige Weise ver­ar­beit­en und ihm wer­den weit mehr gesund­heits­fördernde Wirkun­gen zugeschrieben als anderem Grün­tee. So soll Matcha durch seinen hohen Gehalt an Antiox­i­dantien und Vit­a­mi­nen vor Krebs und Dia­betes schützen.

Ein weit­er­er Inhaltsstoff soll beson­ders pos­i­tive Wirkun­gen haben: Epi­gal­lo­cat­e­chin­gal­lat, kurz EGCG. Amerikanis­che Forsch­er der Uni­ver­sität von Col­orado haben einen sehr hohen Gehalt dieser Sub­stanz in Matcha fest­gestellt. Der sekundäre Pflanzen­stoff soll entzün­dung­shem­mend wirken und das Immun­sys­tem stärken. Darüber hin­aus scheint EGCG das Tumorwach­s­tum zu hem­men und kön­nte auch bei der frühen Behand­lung von Alzheimer helfen. Ob EGCG allein oder in Wech­sel­wirkung mit anderen Matcha-Inhaltsstof­fen für die gesund­heits­fördern­den Wirkun­gen ver­ant­wortlich ist, muss noch in weit­eren Stu­di­en gek­lärt wer­den.

Dass Matcha ein Heilmit­tel ist, davon sind bud­dhis­tis­che Mönche überzeugt. Auch wenn sich Matcha in Japan zu ein­er Hochkul­tur entwick­elt hat, seine Geschichte begin­nt in Chi­na. Schon rund 200 Jahre vor Chris­tus wurde Tee in Chi­na als medi­zinis­ches Heilmit­tel besteuert. Bud­dhis­tis­che Mönche nutzten gemahle­nen Tee als Medi­zin und als Mit­tel zur besseren Konzen­tra­tion bei ihren Med­i­ta­tio­nen. Erst im 9. Jahrhun­dert fand der hoch anspruchsvolle Ten­cha-Teesamen, aus dem Matcha hergestellt wird, durch bud­dhis­tis­che Mönche seinen Weg nach Japan. Dort weit­er­en­twick­elt war der Tee zunächst nur der japanis­chen Elite bei tra­di­tionellen Teez­er­e­monien vor­be­hal­ten.

Ten­cha gehört zu den Schat­ten­tees. Rund vier Wochen vor der Ernte wer­den die Teep­flanzen mit Stroh- oder Plas­tik­mat­ten abgedeckt. Durch den Son­nen­lich­t­entzug reich­ern die Blät­ter große Men­gen an Chloro­phyll, dem grü­nen Blat­t­farb­stoff an. Zusät­zliche Aminosäuren und weniger Gerb- und Bit­ter­stoffe lassen den Matcha später fein süßlich und frisch schmeck­en. Die Ernte ist aufwändig und absolute Han­dar­beit: Jedes Jahr wer­den nur ein­mal die jüng­sten Blät­ter gepflückt. Anschließend wer­den die Blät­ter gedämpft, getrock­net und vor dem Ver­mahlen die Blat­trip­pen ent­fer­nt. Damit wird für Matcha nur das wertvoll­ste vom Blatt ver­ar­beit­et. Die Pro­duk­tion ist lim­i­tiert und die hohe Kun­st der Matcha-Her­stel­lung beherrschen nur wenige Teegärten.