Anbau, Ernte und Qualität

DIE TEEPLANTAGE

PFLANZE: Die Teepflanze stammt von der Camelia Sinensis ab, ein immergrünes Strauchgewächs. Sie bevorzugt warmes und feuchtes Klima in Höhenlagen zwischen 1000 und 2000 Metern. Als wilde Pflanze kann sie bis zu 15 Meter hoch wachsen. In der Plantage wird sie allerdings zur leichteren Verarbeitung auf höchstens 1, 20 m gehalten.

Von Camelia Sinensis gibt es heute verschiedene Varietäten, die an die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen angepasst sind. So wächst die Camelia sinensis var. bohea (Chinapflanze) in Mittel- und Hochgebirgslagen ab 600 m. Die Japanpflanze, Camelia sinensis var. japonica, wird seit der Einführung von Teesamen nach Japan seit mehr als 1.600 Jahren auf Kaltwetterbeständigkeit gezüchtet und im südlichen Japan angebaut. Beide Sorten sind empfindlich gegen Staunässe, weswegen sie auf Hanglagen wachsen. Unempfindlicher gegen anhaltende Staunässe in Flachlandlagen ist die Assampflanze Camelia sinensis var. assamica. Ihre Teebüsche sind empfindlich gegen Kälte und Frost, was die var. bohea und japonica eher tolerieren. Die Blätter der Assampflanze sind deutlich größer und fleischiger und haben eine härtere Oberfläche als die China- und Japanpflanzen.

STANDORT: Da die Teepflanze nicht gerne im Wasser steht, wächst sie an Hängen, wo überschüssiges Regenwasser einfach abfließen kann. Die regelmäßigen Niederschläge des tropischen Klimas braucht sie jedoch.

ZÜCHTUNG: Um die Pflanze durch Stecklinge zu vermehren, wird aus der Mutterpflanze ein kleiner Zweig abgetrennt. Es dauert 4 bis 5 Jahre bis der Sprössling zur ersten Ernte bereit ist.

KLIMA: Je nach den klimatischen Bedingungen der Region wächst und gedeiht der Sprössling und kann mehrmals im Jahr geerntet werden. In Japan beispielsweise wird vier Mal im Jahr geerntet, von Frühling bis Herbst. In Indonesien findet die Ernte ganzjährig statt. Geerntet wird in der Regel per Hand.

ERNTE: Geerntet werden die Knospen und die darunter liegenden Blätter des Teegewächses. Dabei sind drei Ernten zu unterscheiden:

Bei der kaiserlichen Teeernte werden die Knospe der Pflanze und das erste Blatt gepflückt, der Tee entspricht der höchsten Qualität.

Bei der feinen Teeernte werden die Knospe sowie das erste und zweite Blatt geerntet.

Bei der durchschnittlichen Teeernte werden neben der Knospe drei bis vier Blätter gepflückt. Der Tee entspricht der niedrigsten Qualität.

BESCHAFFENHEIT UND QUALITÄT

KENNZEICHNUNG: Wie lässt sich nun die Qualität des Tees auf der Verpackung erkennen? Nachdem schon bei der Ernte die Qualität des späteren Tees enorm beeinflusst wird, ist auch die Weiterverarbeitung entscheidend für das Ergebnis. Wird das Blatt als Ganzes verarbeitet, als Bruch oder zerkleinertes Blatt?

Die Teeblätter werden während der Weiterverarbeitung in speziellen Prozessen zerkleinert. Die Merkmale des Tees, wie die Farbe, der Geschmack und das Aroma hängen von der Art dieser Prozesse ab. An der Klassifizierung lässt sich der Verarbeitungsprozess des Tees nachvollziehen.

BLATTGRADE:

Tee in ganzen Blättern

FOP (Flowery Orange Pekoe): Der Tee wird geerntet wenn die Knospen im Aufblühen sind. Der Tee ist von hoher Qualität, der Aufguss hell und aromatisch.

OP (Orange Pekoe): Gepflückt werden lange Blätter ohne Spitzen. Es ist die einfachste Blattqualität.

FP (Flowery Pekoe): Zu Kügelchen gerollte feine Blätter.

Pekoe: Wenige feine Blätter junger Triebe, die an den zarten weißen Härchen auf der Unterseite des Blattes zu erkennen sind.

Souchong: Breitere, am Stamm niedriger angesetzte, Blätter. Dieser Tee wird auch für Rauchtee verwendet.

Pekoe Souchong: Tee der aus dem vierten bis sechsten Blatt der Pflanze gewonnen wird. Gröbere Qualität.

Tee aus gebrochenen Blättern

BOP (Broken Orange Pekoe): Kräftiger Schwarztee aus zerkleinerten Blättern in höherer Qualität.

BP (BROKEN PEKOE): Schwarztee aus weniger feiner Pflückung.

BPS (Broken Pekoe Souchong): Tee aus unregelmäßigen Brüchen zusammengesetzt, daher von geringerer Qualität.

Tee aus zerkleinerten Blättern

Fannings: Feiner zerkleinert als Broken Tee. Wegen des kräftigen Aufgusses wird er vorwiegend für Teebeutel verwendet.

Dust: Die Teeblätter sind fein zerrieben und gesiebt. Kleinster Blattgrad, der ebenfalls für Teebeutel verwendet wird.

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