Der kleine Unterschied
Japan vs. China

China ist das Mutterland des Tees. Tausende verschiedener Teesorten wurden und werden hier angebaut. Japan hat sich im Gegensatz dazu seit gut 1.000 Jahren ausschließlich auf Grüntee spezialisiert und hegt und pflegt das Wissen um den Anbau des frischesten, gesündesten, reinsten und feinsten Grüntees. Hierfür werden im hoch entwickelten Land modernste Technologien eingesetzt – Japan ist und bleibt ein Erste-Welt-Land.

China und andere Tee anbauende Länder sind meist Entwicklungsstaaten, was sich vielfach in niedrigen Löhnen, geringen Sicherheitsvorkehrungen und hohem Pestizideinsatz widerspiegelt, um die Massenware Tee zu günstigen Konditionen anbieten zu können. Unglücklicherweise sorgt besonders in China das dortige rasante Wirtschaftswachstum für eine eklatante Belastung der Böden mit Schwermetallen. Die stark zunehmenden Schadstoffe in Luft und Wasser sowie der massive Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln tun ihr übriges.

Bio-Bauern haben es schwer in China. Selbst wenn sie mit viel Mühe und Hingabe versuchen, Bio-Tees zu produzieren, können sie doch kaum etwas gegen verschmutztes Grundwasser, in Flüsse geschüttete Abfälle von chemischen und industriellen Betrieben oder gegen die Schwermetallrückstände in den Böden machen. Einer Studie der Weltbank zufolge (2007) sterben jährlich etwa 460.000 Chinesen an den Folgen der Umweltverschmutzung.

Gute und langfristig denkende Bio-Bauern müssen versuchen, mit ihren Tees unter den erlaubten Pestizidwerten zu bleiben, was ihnen vielfach auch gelingt. Wenn neue Pestizide geprüft werden, dann müssen die Bio-Teebauern entsprechend reagieren. (In Japan ist es anders herum, hier wird von vornherein agiert und nachhaltig angebaut, schließlich wollen Japaner viel und lange von ihrem eigenen Tee haben.)

Bezüglich etwaiger Schwermetallbelastungen haben die Japaner bereits gehandelt. Um saubere Import-Produkte zu erhalten gehen sie so weit, dass japanische Lebensmittelkonzerne ihre Produkte mit einem „Certified China Free“-Logo versehen. Für sie ist es normal, höchste Anforderungen an ihre Tees zu stellen, die sie zu 99 % auch selbst konsumieren. Bio ist hier tatsächlich bio. Jeder Tee wird auf alle auf dem Markt befindlichen Pestizide überprüft – ebenso wie auf mögliche Schwermetallbelastung. Dies gern auch mehrfach. Nur die Tees, die diese Prüfungen bestehen, dürfen auf den Markt.

Die gleiche Reinlichkeit findet sich in den Teefabriken wieder. Das fängt bei blitzsauberen Maschinen und deren täglichen Reinigung an, geht über Handschuhe, Mund- und Haarschutz für die Mitarbeiter bis hin zu Luftschleusen, keimfreien Räumen und eigenen Luftkreisläufen für Produktionshallen. Japaner lieben ihren Tee. Und für ihre Gesundheit geben sie gern einen Yen mehr aus.

Luftschleuse

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